Internetsucht bei Jugendlichen nimmt zu: Indikationen und Behandlungsmöglichkeiten durch Psychotherapie und psychologische Begleitung

Frankfurt, 05. Mai 2011 – Wir leben unumstritten im Internet-Zeitalter. Nach Ergebnissen des (N)Onliner Atlas 2010 waren im letzten Jahr 72% der Bundesbürger über 14 Jahren online, Tendenz steigend. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, begründet aber auch neue Herausforderungen. So nehmen mit der intensiven Nutzung des Internet die hiermit verbundenen persönlichen wie gesellschaftlichen Probleme zu.

Neben viel beachteten Themen wie Datensicherheit oder Viren rückt inzwischen das Phänomen Internetsucht stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Nicht ohne Grund: Wie die Nutzung des Internet, so scheint auch die Internetabhängigkeit im Aufwind begriffen. Doch was ist Internetsucht überhaupt? Und wie ist sie von normaler Nutzung zu unterscheiden?

„Im Verlauf meiner therapeutischen Arbeit kommt es immer öfter vor, dass besorgte Mütter mich fragen, was eine Internetsucht ist. Sie machen sich Sorgen vor allem über ihre Söhne, die über Stunden im Internet surfen, chatten oder spielen“, erklärt Dipl.-Psychologin Ina Preussner, die in Frankfurt als Psychotherapeutin niedergelassen ist.

Internetsüchtige verbringen 20 Stunden wöchentlich und mehr im Internet. Oft geht diese hohe Nutzungszeit mit einem Verlust der Kontrolle über die Zeit einher. Ähnlich wie bei anderen Suchtkrankheiten wünscht der Betroffene auch hier eine ständige Steigerung der Dosis, um die gleiche Befriedigung zu erhalten, und ist sich selbst der Schädlichkeit seiner Internetnutzung nicht bewusst.

Entscheidender als die reine Nettonutzungszeit ist jedoch die Art der Nutzung: Von pathologischer Nutzung ist nur auszugehen, wenn die hohe Aufenthaltsdauer im Internet mit persönlichkeits- und gesundheitsgefährdenden Merkmalen einhergeht. Diese können in der Vernachlässigung der Lebensgewohnheiten und Verpflichtungen, der sozialen Kontakte, der Körperhygiene und Gesundheit bestehen. Auch bei der Internetsucht treten, ähnlich wie bei anderen Suchterkrankungen, Entzugserscheinungen auf, etwa in Form von Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Schweißausbrüchen oder Nervosität.

Wer ist von der Internetsucht betroffen?

97,5 % der Schüler in Deutschland waren 2010 regelmäßig online. Entsprechend tritt die Abhängigkeit vom Internet am häufigsten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf, vor allem bei jungen Männern. Die Sucht hat hierbei zumeist nichts mit dem Internet an sich zu tun. Das Internet dient den Betroffenen lediglich als Zuflucht vor tiefer liegenden Problemen, wie sozialen Kontaktschwierigkeiten, Unsicherheit und mangelndem Selbstvertrauen oder Depression.

„Hinter der Computersucht verbergen sich immer psychische Probleme, wie Ängste, soziale Unsicherheiten, mangelndes Selbstvertrauen oder Depressionen. Sie ist eine Flucht vor dem Problem des Betroffenen. Empfänglich sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsenen, die sich schwer tun mit anderen in direkten Kontakt zu treten und dadurch wenig Anerkennung im realen Leben erhalten. Das Internet kann diesen Menschen vermeintlich vorgaukeln, dass sie Kontrolle, Anerkennung und Wertschätzung erhalten“, so Dipl.-Psychologin Ina Preussner.

Wie ist mit Internetsucht umzugehen?

Eine ausgeprägte Internetsucht kann und sollte im Rahmen einer Psychotherapie, leichtere Formen können auch z.B. mit psychologischer Begleitung behandelt werden.

Für die Behandlung der Internetsucht ist es zunächst besonders wichtig, den Betroffenen im Gespräch die Abnormität ihres Verhaltens klar zu machen. Dieser sind sie sich meistens nicht bewusst.

Ist dieser zentrale Schritt getan, kann mit Zeitplänen gearbeitet werden. Damit wird zunächst sichergestellt, dass der Patient genug Schlaf bekommt. Dann wird seine Internetnutzung so geregelt, dass sie normalen Maßstäben entspricht und es werden alternative Freizeitangebote erschlossen, die dem Betroffenen die Abwesenheit aus dem Internet schmackhaft machen.

Ist der Betroffene nicht in der Lage mithilfe eines solchen Planes sein Verhalten zu ändern, so ist der Gang zum Therapeuten dringend zu empfehlen.

Über die Psychologische Praxis Dr. Preussner

Frau Dipl.-Psychologin Ina Preussner ist seit 2007 als Partnerin der Gemeinschaftspraxis Dr. med. Schott im Bereich psychotherapeutische Behandlung tätig. Schwerpunkte Ihrer Behandlung sind Angst, Depression, Burn Out – Syndrom, psychosomatische Beschwerden (Psychosomatik)und Trauma-Therapie.

Frau Dipl.-Psychologin Preussner verfügt über mehr als 20 Jahre Praxiserfahrung als Psychotherapeutin, Coach und wissenschaftliche Mitarbeiterin im In- und Ausland. Sie bietet Psychotherapie, Coaching und Beratung sowohl in deutscher Sprache als auch in Englisch an.

Des Weiteren bietet Frau Preussner Eheberatung, Paartherapie und Sexualtherapie sowie Coaching und Beratung in schwierigen Lebensfragen an. Diese Beratungsleistungen liegen teilweise außerhalb der Erstattungsfähigkeit.

Ein spezieller Schwerpunkt im ihrer Tätigkeit als psychologischer Coach ist die Begleitung von Menschen in medizinischen, sozialen und humanitären Berufen (Ärzte, Pfleger, Sozialarbeiter, Entwicklungshelfer), die häufig unter enormem Arbeitsdruck mit traumatisierenden Ereignissen konfrontiert werden.

Weitere Informationen im Internet: http://www.psychotherapie-preussner.de/

Quelle: http://www.praxis-dr-schott.de/aktuelles/aktuelles-psychotherapie/xxx

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